Apherese Patient
Bei einigen Erkrankungen ist es notwendig neben oder anstelle einer medikamentösen Therapie Blutbestandteile (rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen, Blutplättchen -Thrombozyten oder Plasma) zu entfernen bzw. auszutauschen.
Dafür wird dem Patienten Blut entnommen und in einem so genannten Blutzellseparator in seine Bestandteile aufgetrennt. Dieses Gerät sammelt die unerwünschten Blutbestandteile und gibt die übrigen Bestandteile dem Patienten wieder zurück. So ist es möglich kreislaufschonend eine sehr große Blutmenge zu verarbeiten und von den unerwünschten Bestandteilen zu "reinigen".
Im Einzelnen bieten wir folgende Behandlungsverfahren an:
- therapeutische Leukapherese
- therapeutischer Plasmaaustausch
- therapeutische Erythrozytapherese/Aderlass
- therapeutische Thrombozytapherese
Außerdem bieten wir auch die folgenden 2 Aphereseverfahren für Patienten an:
-
Stammzellapherese
Vor allem bei bösartigen Erkrankungen des Blutsystems kann es sinnvoll sein, dass Patienten ihre eigenen Stammzellen sammeln lassen. Zur Vorbereitung müssen die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut mobilisiert werden. Dazu erhalten die Patienten einige Tage vor der Stammzellsammlung einen Wachstumsfaktor gespritzt. In den meisten Fällen wird zur Vorbereitung zusätzlich noch eine Chemotherapie durchgeführt, die bösartige Zellen abtötet und häufig ebenfalls einen stammzellmobilisierenden Effekt hat. Dann werden die Patienten für etwa 4-5 Stunden an einen Zellseparator angeschlossen, der das Blut in seine Bestandteile auftrennt und die Stammzellen in einem speziellen Beutel sammelt. Das nicht benötigte Blut wird dem Patienten gleich wieder zurückgegeben, so dass dieses Verfahren sehr kreislaufschonend ist. Später werden die gesammelten Stammzellen in flüssigem Stickstoff eingefroren und dem Patienten bei Bedarf (im Rahmen sogenannter "Hochdosis-Chemotherapien") zurückgegeben.
Informationsblatt zur Stammzellapherese (autolog) (PDF-Dokument 62KB)
-
Extracorporale Photopherese
Die extracorporale Photopherese (ECP) ist eine Therapie zur Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems und bestimmter Leukämieformen. In unserer Klinik wird sie im Rahmen der Behandlung der Graft versus Host-Erkrankung (GvHD) eingesetzt. Diese Erkrankung kann sich nach der Transplantation von Stammzellen oder Knochenmark entwickeln und besteht in einer Abstoßungsreaktion des Spenderimmunsystems gegen Gewebe des Empfängers (vor allem Haut, Schleimhäute, Leber und Darm). Kann hier ein Link zu Stammzelltransplantation-GvHD gesetzt werden? Bei der ECP werden die Lymphozyten (eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen, die für die Abstoßungsreaktion verantwortlich sind) mit einem Zellseparator gesammelt. Danach wird den gesammelten Lymphozyten ein Medikament zugesetzt, das sie gegenüber UV-Strahlen empfindlicher macht. Danach werden die Lymphozyten mit UV-Licht bestrahlt und abschließend dem Patienten wieder zurückgegeben. In vielen Fällen lässt sich dadurch die GvHD mildern. Die Therapie wird immer an 2-3 aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt (=1 Therapiezyklus). Diese Zyklen erfolgen anfangs wöchentlich, später (nach 1-2 Monaten) bei klinischer Besserung in 2-4 wöchentlichen Abständen.
Information mit Einwilligungserklärung zur Photopherese (PDF-Dokument 72KB)