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Bereich Blutstammzelltransplantation der MK I

Auf den Stationen MK1-ITS (66C) und MK1-S5 (ID1) werden pro Jahr ca. 160 Transplantationen mit Blutstammzellen bzw. Knochenmark durchgeführt. Über 60% der Behandlungen werden mit Transplantaten von verwandten oder unverwandten Spendern durchgeführt (allogen). Der Rest der Therapie erfolgte mit patienteneigenen (autologen) Blutstammzellen. Der Bereich Blutstammzelltransplantation unter Leitung von Prof. Dr. Martin Bornhäuser ist der drittgrößte in der Bundesrepublik.

In den folgenden beiden Graphiken werden die Erkrankungen dargestellt, bei denen in Dresden in den letzten acht Jahren eine allogene oder autologe Blutstammzelltransplantation durchgeführt wurde.

Allogene Transplatationen

Diagramm allogen
Diagnose allogen
Autologe Transplantationen

Diagramm autolog
Diagnose autolog

Abbildung 1: AML, akute myeloische Leukämie; NHL, Non-Hodgkin Lymphom, CML, chronische myeloische Leukämie; ALL, akute lymphatische Leukämie, MDS, myelodysplastisches Syndrom.

Das Stammzelltransplantationsprogramm in Dresden wurde 1995 mit 2 Betten gestartet, seit 1997 finden die Behandlungen überwiegend im Mildred-Scheel Haus (Haus 66) in 10 Betten sowie seit 1998 auf Station MK1-S5 in weiteren 10 Betten im Abakusgebäude statt. Seit Anfang diesen Jahres konnte im Anbau des Mildred-Scheel Hauses (Haus 65) die pädiatrische Hämatologie mit einem angegliederten Transplantationsbereich (4 Betten) in Betrieb gehen. Dieser Bereich wird durch ein interdisziplinäres Team aus Pädiatern (Leiter Prof. Dr. Meinolf Suttorp) und Internisten geführt.

Die Stammzell - und Knochenmarktransplantation stellt bei einigen Arten von Leukämie die einzige langfristige Heilungsmöglichkeit dar. Der Schwerpunkt auf den o.g. Stationen wird ergänzt durch die Nachbetreuung auf der Station MK1-S1 (66B) und in der Ambulanz 66A. Im Transplantationsbereich arbeiten unter stationären und ambulanten Bedingungen unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. G. Ehninger und Herrn Prof. Dr. M. Bornhäuser ein Team von 50 Schwestern und Pflegern sowie 14 Ärztinnen und Ärzten .

Die leitenden Ärzte sind spezialisiert auf dem Gebiet Hämatologie/internistische Onkologie und haben auch die entsprechende Teilgebietsbezeichnung. Weiterhin sind sie Mitglied der großen internationalen Fachgesellschaften für Hämatologie und Stammzelltransplantation. Ein großer Teil der Ärzte verfügt über intensivmedizinische Spezialkenntnisse und Erfahrungen. Wichtiger Bestandteil des Stammzelltransplantationsprogrammes ist der Herstellungsbereich für Blutstammzellen in der sog. Apherese und dem Reinstraumlabor. Dort werden unter sterilen Bedingungen die Stammzelltransplantate gewonnen, z.T. präpariert und zur Transplantation freigegeben. Für diese Produktion wurde 1998 eine Herstellungserlaubnis des Regierungspräsidiums unter Aufsicht des Paul-Ehrlich Institutes erteilt. Das gesamte Transplantationsprogramm wurde im Jahr 2000 als erster Bereich eines Universitätsklinikums in Deutschland von der Deutschen Arbeitsgesellschaft für Blut-und Knochenmarktransplantation zertifiziert. Ergänzt wird dieser Bereich durch den Aufbau einer Nabelschnurblutbank, die unter der Schirmherrschaft der Deutschen Knochenmarkspenderdatei steht.

Besondere Erfahrungen bestehen in Dresden im Bereich der Fremdspendertransplantation sowie der Transplantation von älteren Patienten (> 55 Jahre) nach dosisreduzierter vorbereitender Chemotherapie. Ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt ist hier die Optimierung der immunsuppressiven Therapie für die Prophylaxe und Therapie von Abstoßungsreaktionen. Diese Abstoßungsreaktion (Graft-versus-Host Reaktion) stellt insbesondere bei der Fremdspendertransplantation noch ein wesentliches Problem dar. In Zukunft wird versucht, durch Manipulationen des Transplantates im Labor die Reaktion des Spenderimmunsystems spezifisch gegen die Leukämiezellen zu lenken und damit die Verträglichkeit der Behandlung weiter zu verbessern. Mit diesem Verfahren konnte auch erfolgreich die Transplantation von nicht gewebeidentischen Stammzellen durchgeführt werden. Es bestehen enge Kooperationsprojekte mit den Kollegen der Klinik für Nuklearmedizin, Strahlentherapie und dem Institut für Immunologie. Der Bereich Blutstammzelltransplantation wird weiterhin ergänzt durch eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Immuntherapie und Impfung von Krebspatienten beschäftigt. Der Dresdner Transplantationsbereich beteiligt sich an mehreren nationalen und internationalen klinischen Studien. Einen Überblick über die klinischen Projekte/Studien und die Forschungsschwerpunkte im Bereich adulter Stammzellen können Sie sich im entsprechenden Bereich der Forschungslabore verschaffen.

Die Dokumentation der Transplantationsergebnisse und Meldung an nationale und internationale Register ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und Therapieüberwachung. Im Bereich Stammzelltransplantation wird dies kontinuierlich durch Frau Catrin Theuser gewährleistet.

Ansprechpartner für die Vereinbarung von Terminen und bei Rückfragen zur Organisation sind die Transplantationskoordinatorinnen Frau Ines Partzsch und Frau Gabi Schicht. Selbstverständlich kann die Kontaktaufnahme auch im Sekretariat bei Frau Betty Herzog und Frau Jeannette Kappler erfolgen (Tel. 0315 458-4186/4190). In dringenden Fällen ist eine Hotline eingerichtet, die einen direkten Kontakt mit einem Mitglied des Transplantations-Teams ermöglicht (Funk 01708138810).

Der Dresdner Transplantationsbereich beteiligt sich unter Leitung von Frau Dr. C. Haag an einem multizentrischen Projekt zur Verbesserung der DRG-G konformen Abrechnung der Blutstammzelltransplantation für die kommenden Jahre. Neben der Darstellung des Bereichs bei mehreren nationalen und internationalen Kongressen konnten einige Forschungsergebnisse in den vergangenen Jahren erfolgreich publiziert werden. Einige aktuelle Veröffentlichungen finden Sie bei Publikationen.